Prinz Eugen Titel


Schwerer Kreuzer "Prinz Eugen": Hochinteressanter Foto-Nachlass eines Fahrensmannes der ersten bis fast zur letzten Stunde!
Zur Geschichte des Schiffes:
Stapellauf/Bauwerft: 22.8.1938 Germania Werft, Kiel
Schiffsart und-Klasse: Schwerer Kreuzer, Typschiff: "Admiral Hipper"
Schwesternschiffe: Admiral Hipper, Blücher, Seydlitz, Lützow(II)

Indiensthaltung und Kommandanten:
1. August 1940 bis 7.Mai 1945

KzS Brinkmann, Helmuth 8/40 bis 7/42
KK Beck, Wilhelm (i.V.) 8/42 bis 10.42
KzS Voss , Hans-Erich 10/42 bis2/43
KzS Ehrhardt, Werner 3/43 bis 1/44
KzS Reinicke 1/44 bis 5/45 und danach.


Am 16.11.1935 wurde der Bauauftrag der Germania-Werft, Kiel erteilt. Baubeginn 23.4.1936.
Am 22.8.1938 stand der Neubau zum Stapellauf bereit. Er fand im Beisein von Hitler und des Reichsverwesers des Königreichs Ungarn, Vadm. a.D. N. Horthy, statt. Den Taufakt vollzog dessen Frau. Auf den ursprünglich vorgesehenen Namen "Tegetthoff", des berühmtesten Seeoffiziers der K.u.K. Marine, hatte man in Hinblick auf die Beziehungen zu Italien verzichtet. Fast zwei Jahre dauerte der weitere Ausbau!

Film vom Stapellauf (flv):



Urkunde Stapellauf Urkunde Stapellauf II

(freundliche Genehmigung D. Stefanski)

'
Kurz vor Indienststellung erhielt das Schiff in Kiel liegend, seinen ersten Bombentreffer. Die Schäden wurden schnell behoben und am 1.8. 1940 konnte KzS Helmuth BRINKMANN den Kreuzer in Dienst stellen. Am 17./18.12.1940 waren bei einer Höchstfahrt 33,5 kn erreicht worden.Hierbei anwesend warenVAdm. V. Fischel (Chef EKK) und Kadm.(Ing.) Karl Thäter an Bord. Das Schiff wurde aus den Probefahrtverhältnissen entlassen.

Prinz Eugen - das Schiff Prinz Eugen

Die Mannschaft Mannschaft Prinz Eugen

Prinz Eugen Ansicht Ansicht Prinz Eugen

Die Prinz Eugen Prinz Eugen

Prinz Eugen Prinz Eugen Prinz Eugen


Im April 1941 führten "BISMARCK" und "Prinz Eugen" Übungen in der Ostsee durch.

Film über das Bordleben (flv)


Prinz Eugen Ostseeübung
Prinz Eugen Ostseeübung Prinz Eugen Ostseeübung

Auf der Rückfahrt beschädigte ein Minennahtreffer die "Prinz Eugen" am 23.4.1941 erheblich, so daß die zusammen mit "Bismarck" vorgesehenen Unternehmungen aufgeschoben werden mußten.
Am 18.5.1941 gingen "Bismarck" und "Prinz Eugen" unter Führung des Flottenchefs, Admiral Lütjens, von Gotenhafen zum Unternehmen "Rheinübung", d.h. zum Handelskrieg in den Atlantik in See.

Prinz Eugen Rheinübung Prin Eugen Rheinübung Prinz Eugen Rheinübung




Prinz Eugen Rheinübung Prinz Eugen Rheinübung


Am 21.5.1941 lief "Prinz Eugen" in den Korsfjord (Norwegen) ein, wo Öl übernommen wurde. Abends trafen beide Schiffe wieder zusammen. Um 22 Uhr setzten sie die Fahrt fort. Wegen des Ausfalls des Vormarsradars auf "Bismarck" durch Erschütterungen bei fünf Salven auf den plötzlich auftauchenden britischen Kreuzer "Norfolk", übernahm "Prinz Eugen" die Rolle des Spitzenschiffs. Am 24.5.41 um 4.45 Uhr kamen der britische Schlachtkreuzer "Hood" und das Schlachtschiff "Prince of Wales" in Sicht. "Prinz Eugen" erzielte den ersten Treffer auf "Hood" mit Brandwirkung auf dem Oberdeck. Weiterhin Treffer auf der "Prince of Wales" Die "Prinz Eugen" wurde nicht getroffen, war jedoch nah daran...

Rheinübung Rheinübung

Rheinübung Rheinübung



Rheinübung Rheinübung
Bismarck getroffen Schleppversuch

Beim Gefecht mit der "Hood" und anderen brit. Einheiten, erhielt die "Bismarck" einen Treffer auf dem Vorschiff. Dieser führte dazu, dass das Schlachtschiff buglastig wurde, was auf dem linken Foto deutlich zu sehen ist.

Am 24.5.41 um 18.14 Uhr wurde die "Prinz Eugen" von "Bismarck" zum Handelskrieg entlassen, während "Bismarck" versuchte, Brest zu erreichen. Es mißlang, die britischen Verbände auf "Prinz Eugen" zu ziehen.

Rheinübung


Am 26.5. Ölübernahme aus dem Tanker "Spichern", am 28.5.41 aus dem Tanker "Esso Hamburg" und am 29.5. aus "Kota Penang".

Oelübernahme Oelübernahme 2

Wegen Maschinenstörungen fasste KzS BRINKMANN den Entschluß, nach Brest zu laufen, was am 1.6.41 geschah.
Es begann für den Kreuzer eine acht monatige Liegezeit in Brest.

Prinz Eugen Prinz Eugen Tarnung
Prinz Eugen getarnt im Dock

Hier im Trockendock von Brest erhielt "Prinz Eugen" bei
einem Luftangriff am 2.7.41 einen Bombentreffer, wobei 60
Seeleute getötet wurden; darunter der 1. OffizierFreg.Kpt. Otto Stooß.

Gedenktafel für die Gefallenen




Beerdigung in Brest Beerdigung in Brest


Wappen

Nach Probe- und Übungsfahrten im Februar 1942, stand die "Prinz Eugen" bereit für
das "Unternehmen CERBERUS", dem Kanaldurchbruch.

Unternehmen Cerberus Unternehmen Cerberus Unternehmen Cerberus

Fotos Bordbesuch und Ansprache Adm. Ciliax

Hierzu legten "Gneisenau" mit VAm. CILIAX, dem Befehlshaber der Schlachtschiffe als Verbandsführer an Bord, "Scharnhorst" und "Prinz Eugen" nach einem Fliegerangriff am 11.2.1942 kurz vor Mitternacht ab.
"Prinz Eugen" lief als letzte schwere Einheit im Kielwasser der "Gneisenau". Am 12.2.42 war "Gneisenau" mit der gesamten Sicherung aus Sicht gekommen. Um 16.45 Uhr griffen feindliche, leichte Einheiten an.

Cerberus Cerberus Cerberus


Geschosseinschläge um "Prinz Eugen", die mit schwerer Artillerie antwortete, zwei Zerstörer schwer beschädigte und, nachdem 108 20,3 cm-Granaten verfeuert waren, das Feuer einstellte. In dieser Zeit musste sie mehreren Torpedos ausweichen. Um 17.25 Uhr war "Gneisenau" wieder in Sicht.
Ein alliierter Bomber überflog um 17.46 Uhr das Schiff. Die Bomben gingen daneben, jedoch verursachten Bordwaffen 1 Toten und 2 Verwundete. Wieder riss die Verbindung zur "Gneisenau" wegen Bomberangriffen ab. Wegen Tiefwassers und unter ständigem Loten lief das Schiff längs der Niederländischen Küste Richtung Elbmündung. Am 13.2. um 8.35 Uhr konnten die Elbnetze passiert werden. "Prinz Eugen" hatte keine Schäden erlitten, insges. auf dieser Fahrt jedoch 3 Torpedoflugzeuge abgeschossen.

Nach einigen Tagen Liegezeit sollte "Prinz Eugen" jetzt zusammen mit der "Admiral Scheer" nach Norwegen verlegen. Die Führung Übernahm der B.d.S., Vadm. CILIAX, der sich auf "Prinz Eugen" einschiffte. Am 20.2.1942 liefen die Schiffe von Brunsbüttel in die Nordsee aus. Sie wurden schon in den Mittagsstunden vom Gegner entdeckt.

Vor Drontheim hatten die Briten 4 Unterseeboote stationiert. Die "Trident" (sehr bek. Boot) erziehlte einen Treffer im Achterschiff. Das Heck knickte ab und hing im Wasser. Mit ungeheuren Schwierigkeiten gelang es, den Havaristen einzubringen.

Norwegen Norwegen Norwegen

Um Mitternacht vom 23. auf den 24.2.42 konnte im LO-FJORD (Nordostteil des Drontheimfjordes) festgemacht werden. 7 Mann fielen, 26 Mann wurden verwundet.

Beerdigung in Norwegen Beerdigung in Norwegen Beerdigung in Norwegen

Vom 25.2.42 bis 16.5.42 erfolgte unter Heranziehung des Werkstattschiffes "Huascaran" die Notreparatur des Kreuzers unter der Leitung des MOBaurat Dr. Ing Strobusch.
Die Besatzung war nicht tatenlos, sondern führte u.a. Geländeübungen und Sportwettkämpfe durch.

Sport in Norwegen Norwegen Sport

Dann begann am 16.5. unter Sicherung durch die Zerstörer Z 25 und "Paul Jacobi" und die Torpedoboote T 11 und T 12 der Marsch nach Kiel. Dieser lief unter dem Tarnnamen "Zauberflöte".





Torpedoboot

Nach schwersten Über- und Unterseeangriffen gelang der Kreuzer endlich am 18.5.42 nach Kiel, wo er am Scheerhafen festmachte und vom 22.5.42 bis 27.10.1942 in der dortigen Werft repariert wurde. In dieser Zeit wurde Kpt.z.S. Brinkmann verabschiedet.


Verabschiedung Brinkmann Verabschiedung Brinkmann Brinkmann Verabschiedung Abschied Brinkmann


Abschied Brinkmann


Neuer Kommandant wurde Kpt.z.S. Voss.
Vom 28.10.42 bis 6.1.1943 erfolgte das Einfahren und Herstellen der Kriegsbereitschaft von Gotenhafen aus.

Während dieser Zeit wurde am 21.11.1942 die ehemalige Schiffsglocke der SMS Tegetthoff der K.u.K. Kriegsmarine durch den italienischen Marineattachee in Berlin dem Schiff übergeben!

Kommandant Voss

Kpt. VOSS mit Lederanzug und Adm. Besuch aus Italien..

Voss Voss


Geschützführer Geschützführer Flottenkriegsabzeichen des Geschützführers




Der am 9.1.1943 unter Führung des Flottenchefs, Admiral Schniewind auf "Scharnhorst" und unter Begleitung von drei Zerstörern angetretene Verlegungsmarsch nach Norwegen wurde abgebrochen, da der Verband frühzeitig vom Gegner erfaßt wurde.

Schniewind


Besetzung Bruno
Besatzung der Geschoßplattform Turm "Bruno" aufgenommen am 26. Sept. 1943 auf "Prinz Eugen" vor Turm Dora"
mit Tarnanstrich
"Prinz Eugen" mit Tarnanstrich, seltenes Foto!



Dies hatte zur Folge, dass "Prinz Eugen" nicht nach Norwegen verlegte, sondern, auch wegen einschneidender Maßnahmen seitens der obersten Führung als Ausbildungsschiff in die Ostsee abkommandiert wurde. Diese Tätigkeit wurde bis zum 30.9.1943 ausgeübt. Höhepunkt hierbei war ein Verbandsschießen zusammen mit der "Admiral Scheer" und "Lützow" gegen das Zielschiff "Hessen"
Die Führung hierbei hatte auf der "Prinz Eugen" der Vadm. Thiele


WIR die dritte Division Schwerer Kreuzer Prinz Eugen

Kadetten -Ausbildung auf der "Prinz Eugen"

Gotenhafen

Am 17.6.1944 verlegte "Prinz Eugen" in den Finnischen Meerbusen, von wo sie Ende des Monats nach Gotenhafen zurückkehrte.

Am 19.8.1944 lief "Prinz Eugen" mit VAdm. Thiele an Bord, von Zerstörern gesichert, aus Gotenhafen in die östliche Ostsee zur Unterstützung des Heeres in Kurland aus.

Am 20. 8. begann aus 250hm Entfernung die wirkungsvolle Beschießung von Tukkum. Anschließend ging es nach Gotenhafen zurück.


Trotz aller Kriegswirren gab es jedoch auch zwischendurch gelegentlich Unterhaltung: Berühmte Persönlichkeiten, wie die Schauspielerin Hilde Krahl in Begleitung ihres Kollegen Siegfried Breuer, besuchten das Schiff.

Krahl Krahl Krahl


Auch eine Gruppe Kosaken trugen mit Tanz und Musik zur Unterhaltung bei.

Unterhaltung an Bord Kosaken Kosaken Kosaken

Nach Neuberohrung der 20,3 cm-Geschütze und planmäßigen Instandsetzungsarbeiten griff der Kreuzer am 29., 30. Und 31.1.1945 im Rahmen der Kampfgruppe Thiele in die Landkämpfe um Königsberg ein. Sein letzter Einsatz begann am 10.3.45 im Raum Danzig - Gotenhafen - Hela. Er wurde zum Beschießen von Straßenkreuzungen, Nachschubkolonnen etc. eingesetzt. Hierbei wurde er schweren Flieger- und U-Boot-Angriffen ausgesetzt und mußte russischen Minen ausweichen.

Thiele Thiele Thiele


Thiele Thiele


Vom 10.3. bis 22.3.45 führte an Bord der Befehlshaber der Kampfgruppenverbände Vadm. Bernhard ROGGE das Kommando.

Ab 23.3.45 wieder Vadm. Thiele als Kommandeur.

Am 29.3. 45 fiel Gotenhafen in die Hände der Russen. Am Morgen des 5.4.45 mußte auch die Oxhöfter Kämpe geräumt werden. Nur noch Hela war in deutscher Hand. Am 10.4.45 wurde "Prinz Eugen" dort abgezogen. Nach einigen Tagen in den Gewässern um Rügen, lief das Schiff am 19.4.45 weiter nach Kopenhagen, wo sie am 20.4.45 festmachte.



Am 7.5.1945 um 16.00 Uhr wurde die deutsche Kriegsflagge eingeholt.
Am 8. Mai 1945 übernahm der britische Kadm. Holt das Schiff. Zusammen mit dem leichten Kreuzer "Nürnberg" verließ die "Prinz Eugen" am 26. Mai 1945 Kopenhagen, lief um Skagen nach Wilhelmshaven. Durch Los bei den Alliierten fiel die "Prinz Eugen" an die USA. Dort geht die Geschichte noch ca. 1 Jahr weiter, bis sie - durch Atom-Bomben -Versuche und völlig verstrahlt am 22.12.1946 in der Nähe der Bikini Inseln kentert.

© Klaus Lorenzen, Flensburg

(Zusammenfassung aus "Die Deutschen Kriegsschiffe" von Hildebrand/Röhr/Steinmetz "in Spiegel der Marinegeschichte" und Gesprächen mit Besatzungsmitgliedern.



© Klaus Lorenzen, Flensburg
Supervision: Klaus Lorenzen
Music recorded by Helge Schmedecke
Titelbild: Marinemaler Olaf
Rahardt
Internetaufbereitung: CPG Werbung

Texte und Bilder dürfen nicht unerlaubt kopiert werden. Jeder Missbrauch wird verfolgt! Für die Links übernehme ich keinerlei Verantwortung. Bilder: Privatarchiv Klaus Lorenzen


Bücher zu maritimen und historischen Themen finden Sie auf meiner Buchbestellseite.

Ansichtskarten Kriegsmarine, Heer, Luftwaffe

Beachten Sie bitte auch meine Seite über den Kreuzer "Nürnberg"

und den Zerstörer "Richard Beitzen"

Das Lied, das Sie bei Aufruf dieser Seite hören, heißt "Prinz Eugen, der edle Ritter". Textmaterial finden Sie hier.

Diese Seite ist ein Service von www.militaritaeten.de

Bitte beachten Sie meine weiteren Informationsseiten, z.B. zu Marine-Mützenbändern und mein reichhaltiges Verkaufsangebot an gepflegten Artikeln der Bereiche "Militaria" und "Nautica"; antiquarische Bücher zu militärhistorischen Themen finden Sie hier.